


Die nächste Veranstaltung unserer Vortragsreihe führte das Publikum (23 Teilnehmende) hinaus auf den Atlantik — dorthin, wo Wind, Wellen und navigatorisches Können über den Kurs entscheidet und wo man spätestens nach einigen Tagen lernt, dass ein schwankender Boden durchaus Normalzustand sein kann und eine entscheidende Schlüsselkompetenz auch darin bestand, die Teetasse waagrecht halten zu können.
Mit Donatus Hürzeler durften wir einen erfahrenen und berufenen Segler an Bord begrüssen, der als Teilnehmer der berühmten Atlantic Rally for Cruisers (ARC) in den Jahren 2018 und 2019 zweimal den Atlantik überquerte und dabei nicht nur Wind und Wetter trotzte, sondern wohl auch die eine oder andere steife Brise, salzige Dusche und schlafarme Nachtwache überstand.
Aus seinem grossen Fundus an Erfahrungen fischte er zahlreiche spannende, eindrückliche und humorvolle Episoden aus der Kombüse des Seglerlebens hervor. Mit viel Leidenschaft, unbestreitbarem, seemännischen Können und trockenem Humor nahm er uns mit auf die grosse Fahrt über den Atlantik — dorthin, wo der Horizont endlos scheint, der Nordostpassat zuverlässig in die Segel bläst und der Wetterbericht plötzlich wichtiger wird als die Cruising-Zeitung des CCS Schweiz.
Die Atlantic Rally for Cruisers — kurz ARC — gilt als eine der bekanntesten Hochsee-Segelveranstaltungen der Welt. Seit 1986 stechen jedes Jahr mehr als 150 Yachten von Las Palmas auf Gran Canaria in See, um die rund 2700 Seemeilen lange Strecke bis Rodney Bay auf St. Lucia in der Karibik zurückzulegen. Gesegelt wird auf der sogenannten „Barfussroute“ — allerdings mit erstaunlich wenig Feriengefühl, sobald der Atlantik einmal seine Muskeln spielen lässt.
Die ARC vereint Fahrtensegler und Regattacrews aus aller Welt. Während die einen gemütlich unter vollen Segeln den grossen Teich überqueren möchten, kämpfen andere um jede Seemeile und trimmen ihre Yachten bis zur letzten Schot.
Donatus Hürzeler nahm uns mit an Bord zu langen Nachtwachen unter Sternenhimmel, zu kräftigen Passatwinden, rollenden Wellenbergen, technischen Herausforderungen und jenen Momenten, in denen vermutlich selbst erfahrene Seeleute kurz überlegten, ob das heimische Sofa nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.
Der Abend war äusserst spannend, unterhaltsam und voller faszinierender Einblicke in das Leben auf hoher See. Für die packenden Geschichten, die eindrücklichen Bilder, den Film und die Tatsache, dass wir die Atlantiküberquerung trocken, satt und ohne Seekrankheit erleben durften, bedanken wir uns herzlich bei Donatus Hürzeler
