






23. August 2025 Sommerfest CCS Region Bern auf dem legendären Täggelibock – unser Festmaskottchen mit Herz und Zylinder
Bei strahlendem Sommerwetter fanden sich zwanzig wackere Seglerinnen und Segler der CCS-Region Bern auf dem ehrwürdigen «Täggelibock» ein, um das diesjährige Sommerfest zu begehen – und welch würdiger Rahmen war das. Schon beim ersten dumpfen Grollen des charakteristischen „Täggeli-täggeli-täggeli…“ wusste jeder: Unser technisches Maskottchen, halb schwimmender Mythos, halb schnaufender Veteran, war aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.
So stachen wir hinaus auf den smaragdgrünen Brienzersee, wo die Szenerie fast zu schön schien, um wahr zu sein: Der Wind strich uns durchs Haar, die Wellen plätscherten gemächlich gegen den Rumpf, und von den Ufern winkten uns Neugierige, als seien wir Teil einer inszenierten Freilichtoper. An Bord wiederum sorgte die Crew mit saftigen Grilladen und einer geradezu malerischen Auswahl an knackigen Salaten für das leibliche Wohl.
Doch – was wäre ein echtes Seefahrtsabenteuer ohne unvorhergesehenes Ereignis? Eine Flasche Salatsauce, wohl beseelt vom Geist der Freiheit, nutzte einen kurzen Moment der Unachtsamkeit und stürzte sich mit beherztem Satz über Bord. Sofort ertönte der traditionsreiche Ruf: „Flasche über Bord!“ Was nun folgte, glich einer kleinen Regatta im Miniaturformat: Mit seemännischer Akribie wurde eine Pütt zur Hand genommen, der Bootshaken in Stellung gebracht, und mit der Eleganz eines eingeübten Manövers gelang die spektakuläre Bergung. Unter den entzückten Blicken einiger asiatischer Touristinnen und Touristen in Iseltwald wurde das unversehrte Fläschchen aus den Fluten gehoben – und der Applaus, den man uns spendete, stand jenem eines Regattasieges in nichts nach.
Als wäre das nicht genug, wandelte sich die Szenerie in Iseltwald vollends zur Bühne. Denn während sonst pittoreske Chalets und majestätische Bergkulissen die unangefochtenen Stars im Kameravisier der internationalen Besucherschar sind, rückten diesmal wir ins Rampenlicht. Klick um Klick verwandelten sich unsere Gesichter in begehrte Fotomotive, und man möchte sich vorstellen, wie wir demnächst als „die seltenen Hochseesegler in freier Wildbahn“ in fernen Fotoalben verewigt werden.
Und schliesslich – das Herzstück, die eigentliche Seele unseres Ausflugs: der Täggelibock selbst. Dieser ehrwürdige Zweizylinder-Diesel von „Benz-Mannheim“, Baujahr 1926, ist keine Maschine, die man schlicht startet. Nein, er verlangt nach einem sorgfältigen Ritual: Erst muss der Kompressor mühselig Druckluft erzeugen, sodann werden zwei Sprengkapseln gezündet, und erst dann erhebt sich das ehrwürdige Aggregat brummend und stotternd in den Tag. Wenn es schliesslich losläuft, dann so bedächtig, so niedertourig, dass man meint, es sinne über die metaphysischen Fragen des Lebens nach. Und genau dieses sonore „Täggeli-täggeli“ hat ihm jenen Namen eingebracht, der längst mehr Kosename als Spitzname ist. Ein dampfender, knurrend-sympathischer Zeitzeuge – älter als mancher Vereinsgründer, und doch jugendlich in seiner Wirkung auf die Festgemeinde.
So blieb uns am Ende ein Sommerfest, das weit mehr war als ein blosses Zusammensein: ein Fest voller Anekdoten, mit vollen Tellern, gerettetem Dressing, Applaus vom Ufer, internationalen Paparazzi und einer guten Portion Seemannsstolz – kurzum, ein Tag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Und wenn wir eines gelernt haben, dann dies: Der Täggelibock lehrt uns, dass man mit Geduld, einem Funken Druckluft, einer Prise Grillrauch und einem beherzten Bootshaken fast jede Lebenslage meistern kann – und dass selbst eine entlaufene Salatsauce Stoff für eine grosse Seemannsgeschichte ist.
Herzlichen Dank gebührt dem Vorstandsmitglied Heiri Fust, welcher das Sommerfest in allen Details organisierte und humorig, aber zielgerichtet durch die Reise führte.
